Coming out

"Fast jeder 3. Suizidversuch wird von schwulen oder lesbischen Jugendlichen unternommen"

"Hallo lieber Herr Krinsken,

ich möchte mein Schweigen heute brechen und wende mich in einem offenen Brief an Sie, auch um Ihren Lesern Mut zu machen. Denn das Thema Coming out ist für viele Menschen ein brisantes Thema, vor dem die meisten zurückschrecken. Ihre Seite habe ich bereits vor 2 Jahren das erste Mal besucht. Und obwohl ich wusste, dass es mir helfen könnte, habe ich Ihr Buch bis gestern nicht gelesen. Nach meinem Selbstmordversuch liege ich immernoch im Krankenhaus und habe, wenn auch zu spät, gestern Ihr Buch in einem Zuge durchgelesen. Ich möchte Ihnen heute auch meinen Dank aussprechen lieber Herr Krinsken. Doch vielleicht fange ich besser von vorne an, um Ihnen meine Situation begreiflich zu machen...

Inzwischen bin ich 24 Jahre alt und habe bereits im zarten Kindesalter gemerkt, dass ich ein wenig anders bin als meine Freunde - ich bin homosexuell. Mein Problem ist nicht das Schwulsein selbst. Vielmehr meine Blockade vor dem Coming out. Es machte mir stets Angst, wenn ich an die angewiderten Gesichter der Personen denke, wenn ich mich oute - die Personen, die mir in meinem Leben lieb sind, und die ich niemals verlieren möchte.

Selbst meinen Eltern und Geschwistern traute ich mich nicht zu offenbaren. Ich bin dann seit Jahr und Tag schlagartig aus der Öffentlichkeit verschwunden und kann seit Jahren keine Person mehr zu meinem Freundeskreis zählen. Ich kann es schwer beschreiben, aber ich bin wirklich alleine. Ich kann einfach keine Kontakte mehr halten. Von einem Kollegen wurde ich sogar als 'freiheraus' und 'offenherzig' eingestuft - ich muss zugeben, dass ich nie ich selbst gewesen bin.

Bewegte ich mich in der Öffentlichkeit, habe ich mich stets verstellt . Doch bei jeder Kleinigkeit die schief gelaufen ist, bin ich zum 'Heulen direkt in den Keller' gegangen. Offenbart habe ich mich niemandem. Ich war viel zu schwach um meine Meinung so darzulegen, wie ich sie für richtig hielt. Ich hatte Angst vor meinem eigenen Leben und konnte mir selbiges keine weitere Minute länger vorstellen. Diese Einsamkeit, diese Unterdrückung, dieser Zwang alles geheim zu halten und dann noch meine unglückliche Liebe... Ich war verzweifelt. Je mehr ich nachdachte, desto verlassener fühlte ich mich und meine schlechten Gedanken wurden immer schwärzer. Selbst wenn einige Dinge noch so erquicklich schienen, hielt sich meine Begeisterung stets in Grenzen.

Dass ich direkt in die Depression geschlittert bin, die durch ein frühzeitiges Coming out verhindert hätte werden können, begreife ich erst jetzt, wo es fast zu spät ist. Eine Überdosis Schlaftabletten und Schnaps sollten meinen Problemen ein jähes Ende bereiten. Und das hätten sie auch fast. Mein kleiner Bruder fand mich ohne Bewusstsein in unserer Gartenlaube.

Vorgestern brachte meine Mutter mir Ihr Buch mit, lieber Herr Krinsken. Ich sage Ihnen: wenn ich jahrelang etwas wirklich verpasst habe, dann, es früher zu lesen. Es hätte mich nicht in die Situation gebracht, in der ich mich nun befinde.

Vielen Dank,
Ihr Sascha"

 



„Ich bin schwul und das ist auch gut so“

So outete sich der Regierende Bürgermeister von Berlin und bekannte sich vor einigen Jahren öffentlich zu seiner Homosexualität.

Das war toll! Aber nicht jeder ist prominent und kann das mit so einem Satz schnell hinter sich bringen und danach zum Alltag übergehen. Für die meisten schwulen, lesbischen oder bisexuellen „Normalbürger“, die bislang nicht offen zu ihren sexuellen Neigungen stehen konnten, ist dieses öffentliche Bekenntnis, also das COMING OUT, oft mehr als ein Meilenstein zu einem selbstbewussten und glücklichen Leben. Für sie ist es eine Art „Erlösung“.

Vorher stehen sie jedoch völlig einsam und alleine vor einem scheinbar unüberwindbaren, riesigen Berg aus Angst, Zweifel und totaler Hilflosigkeit. Wenn sie diesen Berg doch auch nur so einfach wie der bekannte Politiker überwinden könnten… Stattdessen gehen ihnen immer wieder die gleichen Fragen durch den Kopf:

Wie sag ich’s nur der Mutter? Der Ehefrau? dem Kind? Dem Chef? Den Kollegen? Den Freunden? Verliere ich meine Arbeitsstelle? Meinen Freundeskreis? Das sind die größten Probleme und Befürchtungen, vor einem COMING OUT!

Wer schwul, lesbisch oder bisexuell ist kennt diese Situation und kann davon ein Lied singen…

Schluss damit! Jetzt können Schwule, Lesben und Bisexuelle endlich ihr Leben in die Hand nehmen. Mit diesem Lebensratgeber erlangen sie neue Impulse und Ideen, um endlich den großen „Coming Out Tag“ vorzubereiten und erfolgreich durchzuziehen! Sollte es trotzdem schief gehen, lässt einen dieses Buch auch nicht im Stich. Denn es hält auch für diese Situation zahlreiche Tipps bereit!

Aber mein Buch leistet mehr:

Es ist außerdem ein Ratgeber und Aufklärer für irritierte und verunsicherte Angehörige wie z.B. Eltern, Geschwister oder Freunde, die eine „leise Ahnung“ davon haben, dass jemand aus ihrem Umfeld homo- oder bisexuell ist. Angehörige können sich mit diesem Ratgeber in die Situation der Betroffenen optimal hineinversetzen, angemessener reagieren und beim COMING OUT unterstützend zur Seite stehen!

TIPP für Schwule, Lesben, Bisexuelle und alle besorgten Angehörigen: Jetzt bestellen und outen!


Viel Erfolg und von Herzen alles Gute,





      Aus dem Inhalt
  • Vorwort: Der Schauspieler leidet
  • Was hat eigentlich Sex mit dem Job zu tun?
  • Was ist Homophobie?
  • Was sind Transgender?
  • Was sind Bisexuelle?
  • Immer noch diskriminierend
  • Ältere beneiden selbstbewusste Jüngere
  • Deutliches Stadt-Land-Gefälle
  • Kulturelle Barrieren
  • Es lebt sich befreiter
  • Danach ist man wie ausgewechselt
  • Ist Homosexualität nur eine Episode und
    heilbar?
  • Gibt es genetische Ursachen?
  • Ab wann ist man schwul oder lesbisch?
  • Die frühe Klarheit?
  • Nehmen Sie sich ein Beispiel!
  • Schwule Väter und lesbische Mütter
  • Coming out-Tag
  • Inneres Coming out und äußeres Coming out
  • Welche Faktoren beeinflussen das Coming out?
  • Vorbereitung fürs Coming out
  • Auch Kinder haben eine Intimsphäre!
  • Gibt es einen günstigen Zeitpunkt?
  • Strategisch vorgehen, aber wie?
  • „Ich bin schwul, und das ist auch gut so!“
  • Wie sage ich es meinen Eltern?
  • Wie sage ich es meinen Verwandten?
  • Wie sage ich es meinen Kindern?
  • Wie sage ich es meiner Frau/meinem Mann?
  • Wie sage ich es meinen Freunden?
  • Wie sage ich es meinen Arbeitskollegen?
  • Wie sage ich es meinen Vereinskameraden?
  • Welche Hilfen finde ich wo, wenn es platzt?
  • Hilfen am Arbeitsplatz
  • Hilfe in der Schule
  • Hilfen für junge Menschen
  • Hilfen in der Familie
  • Beratungsstellen und Hilfe im Internet
  • Auch Bücher und Filme helfen
  • Verpassen Sie nicht Ihren Traumpartner
  • Leben Sie für sich oder für andere?
  • Lebst Du schon oder wartest Du noch?
  • Die Typenlehre kann weiterhelfen
  • „Ich nehme nur Heteros!“
  • Grenzen des Coming out
  • Coming out für Ältere
  • Schlusswort
Mein Buch "Coming Out - Selbstbewusst leben als Schwuler, Lesbe oder Bisexuelle(r) " wird Ihnen dabei helfen, auf den richtigen Weg zu finden.

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Depressionen

"Coming Out - Selbstbewusst leben als Schwuler, Lesbe oder Bisexuelle(r) "
Autor: Jochen Krinsken
1.Auflage 2010, Woehrle-Verlag
Taschenbuchausgabe, 53 Seiten
Preis 17,70

Coming Out

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